I’m an alien. I’m an illegal alien.

Vorstellungstext 4 Pringle Bay“Ja, ich wander aus im Dezember. Ich habe gerade meinen Flug gebucht. One-way-ticket. Ich ziehe nach Südafrika.”

So oder so ähnlich habe ich es meiner Familie und meinen Freunden verkündet. Ich war erst wenige Wochen wieder in Deutschland nach meiner Weltreise und hatte meinen Flug nach Kapstadt bereits gebucht. Einfach so. Kein Rückflugticket. Ich fand es wahnsinnig romantisch. Das man in Südafrika nicht einreisen darf ohne ein Rückflugticket innerhalb der nächsten drei Monate hatte ich natürlich außer Acht gelassen.

Ich hatte viele Dinge außer Acht gelassen!

Wir deutschen Staatsbürger sind absolut verwöhnt. Wir halten den wertvollsten Reisepass DER WELT in unseren Händen. Wir können Flüge buchen ohne nachzudenken, fast überall dürfen wir einreisen und bekommen einen kleinen Stempel mit 14 Tagen oder drei Monaten Visum in den Pass gedrückt.

Wir sind willkommen. Wir wissen garnicht, wie gut wir es haben!

Bevor ich in dieses Flugzeug stieg nach Kapstadt, machte ich mir natürlich Gedanken über mein Aufenthaltsrecht in Südafrika. Ich könnte mich in der Uni einschreiben und ein Studentenvisum bekommen. So dürfte ich aber nicht genug arbeiten. Ich spreche eine zweite Sprache fließend, vielleicht falle ich in die Kategorie “special skill visa”? Ein Arbeitsvisum würde schwer, aber vielleicht finde ich ja vor Ort jemanden der mich anstellen kann? Die ersten Bewerbungen für Universitäten hatte ich schon losgeschickt. “Den Rest würde ich einfach in Südafrika erledigen und dann sehen wir mal weiter. Es kann ja nicht so schwer sein.”

ICH WAR SO BLAUÄUGIG! SO DUMM! Komplett furchtlos. So sehr gewohnt überall in der Welt willkommen zu sein und ein Zuhause in einem neuen Land zu finden. 

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An dem Tag als meine Reise losgeht, lese ich noch einmal über mein E-Ticket und die Bestimmungen. Da steht es. Das Ausreiseticket. Ich buche auf dem Weg zum Flughafen also noch ein günstiges Ticket nach Namibia, das ich später wieder stornieren würde. In Kapstadt bekomme ich dann mein drei Monate Besucher Visum. Und in der Ankunftshalle steht dieser Mann, der mich mit seinem Lächeln so sehr verzaubert hat. Visum? Das rückt erst einmal in den Hintergrund.

Von den Universitäten kommen Absagen. Es ist nicht so einfach angenommen zu werden, wenn man nicht in Afrika geboren ist, oder eine deutsche Partneruniversität dich für ein Semester schickt. Diese Absagen schocken mich allerdings immer noch nicht. Wo ein Wille, da ist auch ein Weg. So sieht mein Partner das auch!

Ich habe noch circa fünf Wochen Zeit bis ich wieder ausreisen muss.

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Fünf Wochen, die mich eintauchen ließen in eine korrupte & schockierende Dritte Welt. 

Wir kontaktieren Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben Ausländern ein Visum zu besorgen. Sie helfen dir mit Papieren und Bestimmungen und der Abgabe der Papiere selbst. Diese Agenturen versprechen Großes und wollten dafür viel Geld. Informationen die wir bekommen sind jedoch oft falsch. Schnell verstehen wir, dass dies nicht der Weg sein kann. Eine der Agenturen gibt uns schließlich eine Telefonnummer. Diese Telefonnumer gehört zu einem der hohen Tiere in der Inneren Abteilung, dem Einwanderungsamt. Vielleicht hilft es ihn direkt zu kontaktieren. Ich wundere mich an diesem Punkt schon sehr.

Wir kontaktieren den Herrn, der seinen Sitz in Johannesburg hat. Wir sitzen 1500km entfernt in einem Restaurant in Kapstadt am Meer. “Ich werde nächste Woche geschäftlich in Kapstadt sein, dann können wir uns treffen und persönlich über die Angelegenheit reden. Am Telefon kann ich ihnen keine Auskunft geben.” Wir bedanken uns und schöpfen einen kleinen Hoffnungsschimmer. Dieser Mann zieht es in Erwägung uns zu helfen! Unglaublich! In den kommenden Tagen bleibt das Telefon jedoch still.

Zwei Wochen später, es ist Mitternacht und wir sind noch immer wach. Wir renovieren gerade die erste Wohnung, die wir auf Airbnb an Urlauber vermieten wollten. Um uns herum herrscht Chaos. Das Telefon klingelt. “Hallo? Wir sind gerade in Kapstadt gelandet und können kein Hotel finden, dass noch Zimmer frei hat. Könnt ihr vielleicht helfen und kennt ein Hotel, wo wir übernachten können?” Es war der Herr, den wir vor zwei Wochen um Hilfe gebeten hatten.

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WARUM würde dieser Mann uns um Mitternacht anrufen und nach einem Hotel fragen? WARUM hat man noch kein Hotel gebucht, wenn man geschäftlich nach Kapstadt kommt und für eines der höchsten Ämter im Land in einer Führungsposition arbeitet? WARUM wir? WARUM genau uns fragen? Er konnte nicht wissen, dass wir bald unsere ersten Ferienwohnungen vermieten wollten. Wir sind bestimmt nicht die einzigen Menschen, die er in Kapstadt kennt.

Aber er weiß, dass wir etwas wollen, dass nur er uns geben kann. Mein Visum.

Wir sitzen nun da und telefonieren durch die Nacht und versuchen ein Zimmer für Herrn X (wir nennen ihn jetzt einmal Herr X) zu finden. Für zwei Personen. Ganz Kapstadt scheint jedoch “fully booked” zu sein. Wir haben kein Glück.

“Wir konnten kein Hotel finden, aber wir haben eine Ferienwohnung in die sie gerne einziehen können. Direkt am Meer, tolle Aussichten.”

Um 3 Uhr morgens kommen Herr X und seine Freundin bei uns an. Wir hatten unsere privaten Dinge in der Zwischenzeit in unsere Chaos-Ferienwohnung gebracht. Herr X und seine Freundin ziehen also in unsere Wohnung ein und wir verbringen die Nacht auf einer Matratze zwischen Farbeimern und Werkzeugen. Etwas verwirrt über das was da gerade passiert.

Am nächsten Tag hören wir nicht von Herr X. Unsere Anrufe werden nicht beantwortet. An Tag zwei bekommen wir eine Nachricht und er läd uns zum Abendessen ein. (Ja, in unsere eigene Wohnung) Bewaffnet mit Riesenmuffins und einer Flasche Wein folgen wir der Einladung am Abend. Der Geschäftstripp ist eigentlich nur ein kleiner privater Urlaub, erfahren wir. Dieses ungleiche Paar, das da in unserer Wohnung lebt ist sogar recht sympathisch. Die Beiden würden gerne noch für etwas länger in Kapstadt bleiben und sie finden unsere Wohnung mit Meerblick am Strand ja “SO SCHÖN”.

“Garkein Problem, bleibt so lange wie ihr wollt.” Als wir uns verabschieden wollen kommt endlich das Visum Thema auf den Tisch.

“Ich sehe für euch nur eine Möglichkeit. Das ist das “Spousal Visa”. Für dieses Visa müsst ihr verheiratet sein oder prüfen können, dass ihr für mindestens zwei Jahre zusammen seit und zusammen gewohnt habt. Ich kann euch die Verträge besorgen und beurkunden lassen und euch einen Termin bei VFS besorgen.”

Es kostet uns also unser Apartment für ein paar Tage oder Wochen und dafür würde ich auf eine krumme Art und Weise mein Visum bekommen. Wir willigen ein. Darauf sollte das ganze ja irgendwie hinaus laufen. Mein Partner kennt die Umstände kaum anders. In Südafrika wäscht eine Hand die andere. Ich hingegen?

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Wie fühlte ich mich in diesem Moment? Das ist unheimlich schwer zu beschreiben. Irgendwie kriminell. War es ja auch. Aber auch ein wenig erleichtert. Ich hatte die Chance auf ein 2 Jahre Visum. Aber bis heute schaue ich zurück auf diese Situation und schüttel mit dem Kopf. Ein Mann, der viel verdient, für die Regierung arbeitet, in einem Posten, dem man Vertrauen schenken möchte, ist käuflich. So ganz selbstverständlich käuflich. Als würde er das jeden Tag so machen.

Eine Woche später reisen Herr X und seine Freundin ab. Bedanken sich viele Male und überreichen uns unsere Wohnungsschlüssel. Einen Tag später bekommen wir Papiere via Email zugeschickt. Ein Vertrag der beurkundet, dass wir seit fünf Jahren in einer Beziehung leben und alle weiteren Unterlagen, die ich brauche für ein Spousal Visa. Zudem den Kontakt für einen Herrn, der mir am Tag, an dem ich die Unterlagen einreichen sollte zur Seite stehen soll. Der Termin in Johannesburg wurde auf den selben Tag gelegt, an dem mein Besucher Visum abläuft. Normal würde man für so einen Termin viele Wochen warten. Ich halte all diese Papiere in meinen Händen mit gemischten Gefühlen.

Einen Tag vor meinem Termin in Johannesburg fliege ich nun von Kapstadt nach Johannesburg. In meiner Tasche Bargeld. Der Herr, der mir morgen helfen soll, muss bezahlt werden. Ich übernachte bei den Eltern meines Partners und am nächsten Morgen geht es früh los für mich.

Herr C (so nennen wir meinen Helfer an diesem Tag) trifft mich vor dem Amt, in dem ich meine Papiere persönlich einreichen soll. Herr C ist sehr freundlich und überreicht mir noch das fehlende Arztdokument.

Einen Lungenscan konnten wir so schnell nicht mehr organisieren, aber gehörte zu den Anforderungen fürs Visum. Er hat also den Arzt seines Vertrauens kontaktiert und dieses früh am Morgen erledigt. Ein Arzt der mich nie gesehen hat, beglaubigt in einem Stück Papier, dass ich kerngesund bin, weil er dafür bezahlt wurde. Die Kosten für seine Hilfe steigen also noch einmal um ein paar hundert Rand an.

Im Warteraum sitze ich nun mit Menschen aus den verschiedensten Ländern. In meiner Hand halte ich einen enormen Stapel an Papieren. Ich bin nervös. So richtig. Wenn irgendetwas flasch läuft, dann werde ich entweder verhaftet oder muss noch heute das Land verlassen. Endlich wird meine Nummer aufgerufen.

Ich gehe zum Schalter. Hinter diesem sitzt eine junge afrikanische Frau. Vielleicht 19 Jahre alt. Sie gähnt mir mit offenen Mund ins Gesicht. “Für welches Visa? Deinen Reisepass!”, sie streckt ihre Hand in meine Richtung. So viel Unfreundlichkeit hatte ich schon lange nicht mehr erlebt.

Ich lege meinen Reisepass vor und sage ihr, dass ich hier bin um mein Spousal Visa zu beantragen. Sie schlägt meinen Reisepass auf und schaut auf mein aktuelles Besucher Visum, dass am heutigen Tag abläuft. “Sorry, ich kann die Beantragung nicht annehmen. Wir haben gestern einen Brief bekommen, dass sich das Gesetz geändert hat. Ein Besucher Visum muss noch mindestens 7 Tage gültig sein, damit man ein Spousal Visa beantragen kann. Du musst heute ausreisen. Wenn nicht, dann setzen wir dich auf die Blacklist und du darfst für fünf Jahre nicht mehr in Südafrika einreisen. Mach Platz für die nächste Person.”

Ich bin geschockt. Ein Brief, der das Gesetz gestern geändert hat? Keine Anteilnahme auf der anderen Seite des Schalters. Argumente von meiner Seite werden nicht angehört. Stattdessen wird mir noch einmal ins Gesicht gegähnt. Nun sitze ich da, weinend im Warteraum. Irgendwie muss ich heute noch einen Flug aus dem Land bekommen. Herr C wird laut und rennt wild im Gebäude hin und her, bis er Aufmerksamkeit vom Leiter des Amts bekommt. Dieser setzt sich neben mich, in seinem teuren Anzug und den polierten Anzugschuhen. Und er lächelt freundlich. Nimmt sich Zeit.

“Eine Möglichkeit gibt es.”

Diese Möglichkeit scheint allerdings fast unmöglich. Zu einem anderen Amt fahren, das eine Stunde entfernt ist und in 1,5 Stunden schließen wird und dort einen Brief einreichen, der die besonderen Umstände und den Grund erklärt, warum ich meine Papiere zu spät eingereicht hätte. Dort könnte ich dann zusammen mit dem Brief alles einreichen und die Gebühren zahlen und darf dann mit etwas Glück im Land bleiben.

Ich habe noch immer Tränen in den Augen, aber finde mich wenige Minuten später im Auto wieder und wir machen uns auf den Weg. Als wir beim neuen “Home Affairs Department” ankommen verliere ich alle Hoffnung. Eine  hundert Meter lange Menschenschlange reiht sich aus dem Gebäude. Alle warten darauf noch heute bedient zu werden. In 10 Minuten soll das Amt schließen. Herr C packt mich am Arm, zerrt mich an der Menschenschlange vorbei und begrüßt den Sicheheitsbeamten an der Tür mit einem großen Lächeln, wechselt drei Worte mit ihm und wir sind drin. 30 Sekunden später befinde ich mich in der ersten Etage des Gebäudes, in dem Büro eines sehr wichtigen Mannes, wie ich später erfahre. Worte werden wieder schnell gewechselt und ein paar Umarmungen verteilt. Ich bin mir nicht sicher, was gerade passiert, aber wenn es heißt, dass ich heute nicht ausreisen muss, dann ist es gut.

Offensichtlich kennen sich die Männer. Offensichtlich wissen gerade alle Bescheid, dass hier ein krummes Ding läuft. Ich habe Angst.

Ich schreibe einen Brief, vier Versuche brauche ich, der genau erklärt, was passiert ist. Ja was ist eigentlich passiert? Meine Hand zittert. Ich zahle eine Gebühr und bekomme eine Quittung und reiche alle meine Dokumente ein. “Diese Quittung ist dein neues Visum. Du musst warten, bis du von uns hörst. Circa zwei Wochen.”

Ich atme auf. Ich habe es geschafft. Mein Antrag für das Spousal Visa ist eingereicht!

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Dachte ich. Wenige Wochen später erfahre ich, dass ich an diesem Tag viele falsche Informationen bekommen habe. Eigentlich war keine der Informationen richtig. Den “Brief” den ich eingereicht hatte ging verloren. Tausende dieser Briefe schweben irgendwo in der korrupten Südafrikasphere umher, seit Jahren unbearbeitet. Wenige Wochen später erfahre ich, dass diese Quittung, die ich da an mir trage nichts wert ist. Ich befinde mich illegal in Südafrika. Würde ich das Land verlassen, dann käme ich 0 Komma Nichts auf die Blacklist und dürfte für fünf Jahre nicht mehr einreisen.

Da saß ich nun. Illegal alien.

Ich war wo ich sein wollte, aber ich durfte nicht mehr raus. Hunderte Telefonate und Hilferufe halfen nicht. Ein geplanter langer Aufenthalt in Deutschland und Europa fiel ins Wasser und das erste Mal in meinem Leben verspürte ich Heimweh. Ich vermisste meine Familie, ich wollte meinen Papa endlich wiedersehen, meine Mama, meine Nichte und meinen Neffen, ich wollte endlich wieder Zeit mit meiner Familie verbringen.

Ich hasse es, wenn ich Dinge tun MUSS. Plötzlich MUSSTE ich in Südafrika sein. Durfte nicht reisen. Ich war gefangen in meinem eigenen Traum und umso mehr ich darüber nachdachte, desto schlimmer wurde es.

Zudem rückte Weihnachten immer näher. Eine Zeit, die ich sehr gerne mit meiner Familie verbringe.

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Einen morgen bin ich am googlen und suche nach einer Lösung, die es nicht zu geben scheint und finde diese Anzeige auf Gumtree. Gumtree ist das südafrikanische Modell von Ebay Kleinanzeigen in Deutschland. Ein Herr bietet Hilfe an bei Visa Problemen. Es schadet nicht, also rufen wir an.

“Ich bin in Johannesburg. Du schickst mir deinen Reisepass per Post. Ich habe Kontakte nach Mosambik. Wir werden dich ausstempeln, an einem Tag bevor dein altes Visum abgelaufen ist und dich dann wieder einstempeln und dir ein neues Besucher Visum für Südafrika besorgen. Das ganze kostet dich 2.500 Rand.”

2.500 Rand, das sind circa 170 Euro und das war es mir wert. Nur meinen Reisepass per Post zu verschicken, an jemanden, dem ich nicht vertrauen kann? Bei diesem Gedanken wurde mir schlecht. Aber ich hatte keine Wahl! Am nächsten Tag verschickte ich meinen Reisepass plus R2.500 Bargeld in einem Umschlag nach Johannesburg. In der Post hängt ein großes Schild “Versenden von Bargeld und originalen persönlichen Dokumenten verboten”.

Es sind noch sechs Wochen bis Weihnachten. Warten. Nicht auf den Weihnachtsmann. Nicht auf den ersten Advent. Sondern auf meinen Reisepass und mein neues Visum.

Meine Anrufe zwischendurch werden angenommen. Immerhin. Allerdings wird mir nicht viel Auskunft gegeben. Ich solle warten.

Drei Wochen später kommt eine Antwort. Mein Reisepass ist zurück von Mosambik. Mit einem neuen Visum, dass für einen Monat gültig ist. Er wird den Reisepass noch heute mit der Post zurück nach Kapstadt schicken. Eine Woche später halte ich meinen Pass wieder in meinen Händen. Glück gehabt!

Offiziell hatte ich mich über acht Monate in Mosambik aufgehalten (als deutscher Staatsbürger ist auch dies nicht möglich), aber das war mir egal. Wir buchten Flüge nach Deutschland noch am gleichen Tag. Am 23.12. ging unser Flieger in die Heimat.

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Ich will nicht lügen, am Flughafen wollte ich mir in die Hosen machen. Ich hatte so eine Angst, dass es irgendwie auffliegen könnte. Das sie sehen würden, dass ich illegal im Land lebte. Das es unmöglich ist, dass ich für 8 Monate in Mosambik war. Ich hatte Ansgt, dass ich doch auf die Blacklist komme.

Als ich an die Passkontrolle komme rast mein Herz. Die Dame am Schalter sagt nicht Hallo. Nimmt meinen Reisepass. Schaut nicht einmal auf das Visa und stempelt mich aus. Alles geht gut. Ich atme auf! Bin so erleichtert. Ich bin raus. Ich darf wieder rein. Ich bin am Gate. Nur noch einen Flug von Deutschland entfernt.

Nur unseren Anschlussflieger in Johannesburg verpassten wir. Ich rannte ausversehen zurück in die Flughalle um neue Flüge zu organisieren und war plötzlich wieder illegal im Land. Ohne Einreisestempel. Diesmal half mir allerdings die Wahrheit und ein nettes Lächeln bei den Sicherheitsbeamten weiter und ohne Augenzwinkern bekam ich ein neues drei Monate Besucher Visum. Einfach so. Nur damit ich am Schalter ausserhalb einen neuen Flug buchen konnte.

Umgeleitet über Amsterdam und mit 12 Stunden Verspätung erreichten wir spät an Heilig Abend meine Familie. Ohne Koffer und Geschenke, diese standen noch immer in Johannesburg, aber glücklich. Das erste Mal in der Heimat nach über 13 Monaten. So feste hatte ich meine Eltern noch nie in den Arm genommen!

Seit diesem Tag verlasse ich Südafrika alle drei Monate. Und ich habe mir geschworen, dass ich mein Visum nun auf den ehrlichen Weg bekommen werde.

Ehrlich währt doch am längsten :)! Ich denke das ist die Moral dieser Geschichte. 

Und von Korruption und Ämtern versuche ich seitdem so weit wie möglich erntfernt zu bleiben. Korruption ist in Südafrika Alltag. Ihr fahrt zu schnell, oder habt euren Führerschein gerade nicht dabei? Die Polizei freut sich immer über R100 und eine kalte Cola von der nächsten Tankstelle! Vielleicht ein guter Reisetipp… oder ein Augenöffner, wie gut das Leben in anderen Ländern doch sein kann…

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